TA vs MGO vs UMF – Wie vergleicht man Honig richtig?
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Einordnung von MGO 400, UMF & TA verständlich erklärt
Wer schon einmal Honig bewusst vergleichen wollte, kennt diese Situation:
Man steht vor verschiedenen Gläsern — auf dem einen steht MGO 400+, auf dem anderen UMF 15+, und dann taucht plötzlich auch noch TA 35+ auf.
Alle wirken hochwertig. Alle wirken „stark“.
Und trotzdem bleibt die Frage: Was bedeutet das eigentlich — und wie vergleicht man das richtig?
Viele orientieren sich dabei intuitiv an der Zahl oder am bekannten Namen.
Doch wenn man genauer hinschaut, wird deutlich: Diese Werte messen nicht dasselbe.
Und genau hier lohnt es sich, einen Schritt zurückzugehen — und zuerst das Grundprinzip zu verstehen, bevor man einzelne Zahlen bewertet.
Was macht Honig überhaupt „aktiv“?
Bestimmte Honige enthalten natürliche Inhaltsstoffe, die das Wachstum von Mikroorganismen hemmen können. Diese Eigenschaft wird oft als antibakterielle Aktivität beschrieben.
Dabei spielen mehrere Faktoren zusammen:
- natürliche Enzyme
- pflanzliche Verbindungen aus der jeweiligen Blüte
- der Wassergehalt des Honigs
- und bei manchen Sorten auch spezifische Stoffe wie Methylglyoxal
Die Forschung deutet darauf hin, dass es nicht nur einen einzelnen Wirkstoff gibt, der Honig „aktiv“ macht, sondern ein Zusammenspiel verschiedener Elemente.
Das bedeutet auch: Ein einzelner Messwert kann immer nur einen Teil dieses Gesamtbildes abbilden.
Und genau hier beginnen die Unterschiede zwischen MGO, UMF und TA.
MGO – der Fokus auf einen einzelnen Stoff

MGO steht für Methylglyoxal, eine Verbindung, die besonders in Manuka-Honig vorkommt und mit dessen antibakteriellen Eigenschaften in Verbindung gebracht wird.
Ein Wert wie MGO 400+ bedeutet, dass eine bestimmte Konzentration dieses Stoffes im Honig nachgewiesen wurde.
Das macht MGO zu einer sehr greifbaren Kennzahl:
- leicht verständlich
- klar messbar
- gut vergleichbar innerhalb von Manuka-Honigen
Gleichzeitig ist es hilfreich zu wissen, dass MGO nur einen einzelnen Bestandteil beschreibt.
Das heisst:
Ein höherer MGO-Wert zeigt zwar mehr von diesem Stoff — aber er sagt nicht automatisch, wie sich alle anderen natürlichen Bestandteile im Honig zusammenspielen.
Gerade wenn man Honig nicht nur als Einzelstoff, sondern als Lebensmittel betrachtet, ist diese Einordnung wichtig.
UMF – ein erweitertes Manuka-System
UMF (Unique Manuka Factor) ist ein etabliertes Bewertungssystem speziell für Manuka-Honig.
Im Unterschied zu MGO betrachtet UMF mehrere Faktoren gleichzeitig, darunter:
- den MGO-Gehalt
- weitere Marker wie DHA
- sowie spezifische Herkunftsindikatoren
Ein Wert wie UMF 15+ steht daher nicht nur für Aktivität, sondern auch für:
- geprüfte Authentizität
- standardisierte Qualität
- Rückverfolgbarkeit
Das macht UMF besonders hilfreich für alle, die gezielt Manuka-Honig auswählen möchten.
Gleichzeitig bleibt es wichtig zu verstehen: UMF ist kein universelles System für alle Honigarten, sondern ein spezifischer Standard innerhalb einer bestimmten Kategorie.
TA – ein Blick auf die Gesamtaktivität

TA steht für Total Activity und verfolgt einen etwas anderen Ansatz.
Hier geht es nicht darum, einzelne Stoffe zu messen, sondern die gesamte antibakterielle Wirkung eines Honigs als Ganzes zu erfassen.
Das bedeutet:
- alle aktiven Komponenten werden gemeinsam betrachtet
- das Ergebnis steht im Vordergrund — nicht der einzelne Wirkstoff
Ein Wert wie TA 35+ oder TA 50+ gibt somit einen Hinweis darauf, wie stark der Honig insgesamt wirkt.
Die Forschung und Praxis legen nahe, dass dieser Ansatz besonders dann sinnvoll ist, wenn man Honig als Gesamtprodukt beurteilen möchte — nicht nur über einzelne Bestandteile.
Gleichzeitig ist TA für viele Konsument:innen noch weniger vertraut, was die Einordnung manchmal schwieriger macht.
TA vs MGO vs UMF – Wie liest man die Werte richtig?
|
System |
Was wird gemessen |
Geltungsbereich |
Stärke |
Einschränkung |
Wie man den Wert versteht |
|
MGO |
Einzelner Stoff (Methylglyoxal) |
Nur Manuka |
Klar und verbreitet |
Betrachtet nur einen Bestandteil |
Höhere MGO-Werte (z. B. 400+) bedeuten mehr dieses Stoffes – aber nicht automatisch höhere Gesamtaktivität |
|
UMF |
MGO + zusätzliche Marker + Zertifizierung |
Nur Manuka |
Qualitäts- und Herkunftsnachweis |
Nicht universell vergleichbar |
Höhere UMF-Werte (z. B. 10+, 15+, 20+) stehen für stärkere geprüfte Aktivität innerhalb von Manuka |
|
TA |
Gesamte antibakterielle Aktivität |
Verschiedene Honigarten |
Ganzheitlicher Ansatz |
Weniger bekannt |
Höhere TA-Werte (z. B. 20+, 35+, 50+) zeigen eine stärkere Gesamtwirkung des Honigs |
Was hier deutlich wird:
Die Zahlen wirken auf den ersten Blick vergleichbar — doch sie basieren auf unterschiedlichen Messansätzen.
Warum sich die Werte nicht direkt vergleichen lassen
Ein häufiger Gedanke ist: „Ist MGO 400 stärker als TA 35?“
Doch solche Vergleiche sind nur eingeschränkt sinnvoll.
Der Grund liegt darin, dass:
- MGO eine einzelne Substanz misst
- TA eine Gesamtwirkung beschreibt
- UMF zusätzlich eine Zertifizierungsebene einführt
Die Werte bewegen sich also auf unterschiedlichen Ebenen.
Ein hilfreiches Bild ist vielleicht dieses: Es ist ähnlich, als würde man einzelne Zutaten mit dem fertigen Gericht vergleichen.
Beides ist relevant — aber nicht direkt gleichzusetzen.
Wie man Honig sinnvoll vergleicht
Wenn man Honig bewusster auswählen möchte, kann ein einfacher Ablauf helfen:
1. Das System erkennen
Handelt es sich um MGO, UMF oder TA?
2. Verstehen, was gemessen wird
Ein Stoff, mehrere Marker oder die Gesamtaktivität?
3. Innerhalb des Systems vergleichen
Zahlen machen vor allem im gleichen System Sinn
4. Den eigenen Zweck berücksichtigen
- täglicher Gebrauch
- gezielte Anwendung
- Geschmack und Konsistenz
Gerade im Alltag zeigt sich oft: Nicht der höchste Wert ist entscheidend, sondern der passendste.
Typische Missverständnisse rund um Honigwerte
Einige Annahmen begegnen einem immer wieder:
- Ein höherer MGO-Wert bedeutet automatisch bessere Qualität
- UMF und MGO sind dasselbe
- Nur Manuka-Honig hat relevante Aktivität
- Alle Zahlen lassen sich direkt vergleichen
Wenn man sich die Hintergründe anschaut, wird schnell klar:
Diese Vereinfachungen greifen zu kurz.
Eine ruhigere Art, Honig zu wählen
Vielleicht ist das Wichtigste an dieser Stelle gar nicht, den „besten“ Honig zu finden.
Sondern ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie man die Angaben einordnet.
Gerade im Familienalltag kann es beruhigend sein zu wissen, dass man nicht jede Kennzahl im Detail verstehen muss — sondern nur die Logik dahinter.
Denn gute Entscheidungen entstehen oft nicht durch mehr Informationen, sondern durch ein klareres Verständnis.
Fazit – vom Namen zur Einordnung
Sobald man versteht, wie MGO, UMF und TA funktionieren, verändert sich die Perspektive:
- Weg vom reinen Markenvergleich
- Weg von isolierten Zahlen
- Hin zu einem besseren Verständnis für das Gesamtbild
Und genau das macht die Auswahl langfristig einfacher — und oft auch entspannter.
Wer die Unterschiede einmal verstanden hat, kann Honig auch bewusster entdecken.
In unserer Auswahl an bioaktivem Honig finden sich verschiedene Aktivitätsstufen und Ursprünge — klar eingeordnet und transparent beschrieben.
FAQ
Was bedeutet MGO bei Manuka-Honig?
MGO beschreibt die Menge an Methylglyoxal, einem Bestandteil mit antibakteriellen Eigenschaften.
Ist MGO 400 ein hoher Wert?
Innerhalb der MGO-Skala gilt 400 als relativ hoch. Wichtig ist jedoch, dass dieser Wert nur einen Teil der Gesamtaktivität zeigt.
Was ist der Unterschied zwischen UMF und MGO?
UMF ist ein umfassenderes System, das mehrere Faktoren kombiniert. MGO ist eine einzelne Messgrösse innerhalb dieses Systems.
Ist TA besser als MGO?
TA ist nicht unbedingt „besser“, sondern misst etwas anderes — nämlich die gesamte Aktivität statt eines einzelnen Stoffes.
Kann man TA und MGO direkt vergleichen?
Nur eingeschränkt, da beide Systeme unterschiedliche Messansätze verfolgen.